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Moore und Klimaschutz

03.08. – 29.08.2021

Hochwasser, Stürme, Dürren und Hitze auf der ganzen Welt verleihen dem Thema Klima bzw. dessen Veränderungen eine bedrohliche Aktualität. Erst kürzlich haben verheerende Hochwasserdramen in Nordrhein-Westphalen und anderen Orts in Deutschland die Debatte neu angeheizt. Nicht zuletzt durch Fridays for Future Aktionen steht es wohl außer Frage, dass sich das Klima in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Doch wie hängen Klimaschutz und Moor zusammen? Eine kleine Sonderausstellung im Naturkunde-Museum Bamberg möchte zeigen, dass es bei dem Erhalt oder der Regenerierung von Mooren nicht nur um Themen wie Arten- oder Lebensraumschutz geht, sondern dass Moore auch klimarelevant sind.

Moore zählen zu den artenreichsten Lebensräumen. Die Pflanzen und Tiere, die dort leben, sind oft so spezialisiert, dass sie auf die extremen Bedingungen, die dort herrschen, angewiesen sind.

So faszinierend ihre Überlebensstrategien sind, aufgrund ihrer hohen Spezialisierung sind die Bewohner eines Moores auf anderen Standorten nicht überlebensfähig.

Moore sind somit sehr interessante Lebensräume, aber darüber hinaus sind sie sehr bedeutsam für unser Klima. Im Kyoto-Protokoll werden sechs Treibhausgase für die Veränderungen des Klimas verantwortlich gemacht, darunter Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), und Lachgas (N2O).
In Deutschland bildet Kohlendioxid mit rund 81 % den Hauptanteil klimaschädlicher Gase, gefolgt von 6,5 % Methan und 4,6 % Lachgas (2020). Genau diese Gase müssen im Zusammenhang mit dem Thema Moor näher beleuchtet werden.
Moorböden stehen wie jedes andere Ökosystem auch in einem ständigen Gasaustausch mit der Atmosphäre. In Moore bildet sich Torf, das in erster Linie aus abgestorbenem weitgehend unzersetztem Pflanzenmaterial besteht.  An nassen, wassergesättigten, sauerstoffarmen Standorten laufen Abbauprozesse nämlich nur sehr langsam ab. Somit wird mehr CO2 aufgenommen als die Pflanzen durch ihre Atmung abgeben.  Dabei wird zwar Methan frei, aber das wird aufgrund der klimagünstigen Kohlenstoffbindung toleriert.  
Wird ein Moor trockengelegt, also beispielsweise für den Torfabbau oder die Gewinnung landwirtschaftlicher Nutzflächen, gelangt Sauerstoff in die Torfschicht und dann entweichen sowohl Kohlendioxid als auch Lachgas in die Atmosphäre – mit den bekannten klimaschädlichen Folgen. Während es zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Bayern noch rund 2200 Quadratkilometer Moorflächen gab, sind es heute lediglich noch 360 Quadratkilometer. Doch hat man die negativen Folgen für Natur und Mensch erkannt und seit einigen Jahrzehnten bereits mit der Wiedervernässung trockengelegter Moorareale begonnen.

Die Ausstellung wurde vom Bayerischen Landesamt für Umwelt zur Verfügung gestellt und vom Naturkunde-Museum Bamberg erweitert.

sonderausstellung moore und klimaschutz
Blick in die Ausstellung „Moor und Klimaschutz“ im Bamberger Naturkunde-Museum.

MOBBL - Die größte Jura-Schildkröte weltweit

Mobbl r


Seit dem Jahr 2004 gräbt ein Team unseres Museums rund sechs Wochen jährlich im Steinbruch der Firma Andreas Schorr nahe Wattendorf erfolgreich nach Fossilien (siehe Sonderausstellung „Frankenland am Jurastrand“). Im Herbst 2018 haben die dort in einem kleinen Areal vorkommenden Plattenkalke ein ganz besonderes Fossil freigegeben: eine riesige Meeresschildkröte.

Leider war das Gestein an dieser Stelle stark von natürlichen Brüchen durchzogen. Entsprechend schwierig gestaltete sich die Bergung. Noch schwieriger war die Präparation des Fossils, galt es doch viele Hunderte von Bruchstücken und Gesteinssplittern wieder zusammenzufügen und das ganze Fossil von einer harten Kalküberdeckung zu befreien.

Die Aufbereitung des Fundguts durch die Präparatoren P&P Völkl nahm rund 1000 Stunden in Anspruch. Doch das Ergebnis ist großartiger als es zu erwarten war! Das Schildkrötenfossil hat eine Länge von rund 140 cm, und es ist damit die größte komplette erhaltene Jura-Schildkröte weltweit!

Manchen unserer besonderen Wattendorfer Fossilien verleihen wir Spitznamen. Die schiere Größe dieser Schildkröte legte uns den Namen „Mobbl“ in den Mund.



Sie finden Mobbl in der Ausstellung Frankenland am Jurastrand.

Die Kosten für die Präparation wurden dankenswerterweise getragen durch:

Bürgerverein Bamberg-Mitte e.V., Freunde des Naturkunde-Museums Bamberg e.V., Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, Oberfrankenstiftung, Stiftung der Sparkasse Bamberg, Rotary Club Bamberg, VR Bank Bamberg-Forchheim eG.

Sowie zahlreiche Spenderinnen und Spender der Freunde des Naturkunde-Museums Bamberg e.V. und der Bürgerschaft.

Herzlicher Dank an alle!

Glanzlichter der Naturfotografie 2020

7. Mai – 27. Juni

In diesem Jahr sind sie wieder zu sehen: die aktuellen Glanzlichter der Naturfotografie. Ein Feuerwerk atemberaubend schöner, interessanter und berührender Augenblicke aus der Natur. Die 87 Fotografien wurden von der Jury aus 16.916 eingesandten Bildern von 883 Fotografen aus 37 Ländern ausgewählt. Diese Meisterwerke des internationalen Naturfoto-Wettbewerbs können Sie noch bis zum 27. Juni bei uns betrachten.

Nachdem die Schau im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen musste, zeigen wir Ihnen die Glanzlichter 2020 auf einem Bildschirm.

glanzlichter 2021 bild 1

„Grünes Gesicht“ von Alessio Cipollini/Italien

 

glanzlichter 2021 bild 2

„Der kleine Turner“ von Gastone Pivatelli/Italien

 

glanzlichter 2021 bild 3

„Kletterbaum“ von Mirjam Radke/Deutschland

 

glanzlichter 2021 bild 4

„Der Jäger“ von Franco Banfi/Schweiz

Libellen – Leben in zwei Welten

Sonderausstellungen


Mit Fotografien von Dr. Ferry Böhme

25. Juli – 30. Dezember 2020

Libellen sind die ältesten Flug-insekten der Erdgeschichte. Ihre Vorfahren bevölkerten bereits vor mehr als 300 Millionen Jahren unsere Erde.

Die bunt schillernden Wesen mit ihren filigranen Flügeln üben Faszination aus – und gelegentlich auch etwas Unbehagen. Davon zeugen volkstümliche Namen, mit denen sie in der Vergangenheit bedacht wurden: Teufelsnadeln, Augenstecher oder Pferdestecher. Das Gerücht, Libellen könnten stechen, hält sich bis heute.

Für ein Libellenleben sind Luft und Wasser gleichermaßen bedeutsam. Als Larven leben sie im Wasser und räubern in Seen und Teichen, Bächen oder Flüssen. Erwachsen geworden, verwandeln sie sich in ausgezeichnete Flugkünstler und erobern die Luft.

In der Ausstellung wird dieses Leben in zwei Welten sichtbar gemacht. Neben den Fotografien von Dr. Ferry Böhme, sorgen Libellenpräparate, Kleindioramen, Filme und Aquarien mit lebenden Larven für einen anschaulichen Einblick in das Leben dieser außergewöhnlichen Geschöpfe. Die Schau wurde vom Museum Mensch und Natur in München übernommen und an das Bamberger Museum angepasst.

Der Fotograf: Neben seinem Beruf als Tierarzt gilt die Leidenschaft von Dr. Ferry Böhme der Naturfotografie. Seit Jahrzehnten ist er auf der Suche nach lohnenden Motiven in den verschiedensten Ecken der Welt unterwegs, sein bevorzugtes Revier ist jedoch die heimatliche Natur. Ferner ist Dr. Böhme gefragter Vortragender, Buchautor und Fachreferent für Fotografie.

FerryFotoBruck: https://ferryfotobruck.jimdofree.com/

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