Der Ritter und seine Affen

Vor 200 Jahren wagten zwei fränkische Naturforscher eine abenteuerliche Forschungsreise nach Brasilien. Der Zoologe Johann Baptist Spix und der Botaniker Carl Friedrich Philipp Martius bestiegen am 10. April 1817 im Auftrag von König Maximilian I Joseph in Triest die Segelschiffe einer österreichischen Brasilienexpedition. Ihre Aufgabe: die naturkundliche Erforschung des fernen Landes. Mehr als drei Jahre lang bereisten sie das Land, nicht selten unter dem Einsatz ihres Lebens. Dabei sammelten sie Tausende von Tieren, Pflanzen und ethnographischen Objekten.

Nach ihrer Rückkehr begannen sie, die mitgebrachten Schätze wissenschaftlich auszuwerten. Für seine großen Verdienste wurde Spix vom König in den Ritterstand erhoben. Spix verstarb jedoch schon sechs Jahre nach seiner Rückkehr an den Folgen einer Tropenkrankheit, die er sich während der Brasilienreise zugezogen hatte.



Die Affen – hübsch hässlich aber wissenschaftlich wertvoll

Spix brachte aus Brasilien auch rund 40 verschiedene Affenpräparate mit, von denen manche Arten bis dahin noch unbekannt waren. Sie wurden von Spix erstmals beschrieben und jeweils mit Gattungs- und Artnamen benannt und publiziert. So wurden diese Präparate zu sogenannten „Typusexemplaren“. Typusexemplare dienen auf immer und ewig für die eindeutige Identifikation einer Art und für ihre Abgrenzung gegenüber anderen Arten. Typusexemplare sind also so etwas wie die „Urmeter“ der Biologie und dementsprechend werden sie sorgfältig gehütet.

Spix in Bamberg

Gebürtig im benachbarten Neustadt an der Aisch, ging Spix in Bamberg zur Schule. Er studierte auch in der Bischofsstadt und wurde zum Dr. phil promoviert. Nach dem Studium der Naturgeschichte und Medizin in Würzburg praktizierte er einige Jahre als Arzt unter dem berühmten Bamberger Mediziner Adalbert Friedrich Marcus. Als angehender Zoologe besuchte er auch das Bamberger Naturalienkabinett, heute Naturkunde-Museum Bamberg.

Die Ausstellung…

… zeichnet die abenteuerliche Reise der beiden fränkischen Naturforscher anhand von Infobannern und einem Film des BR nach. Kernstück der Schau sind jedoch 40 Portraits der Spix`schen Affenpräparate. Sie wurden von acht Künstlerinnen und Künstlern in mehrjähriger Arbeit in Gouachetechnik zu Papier gebracht.

Präparate brasilianischer Affen aus der Sammlung des Naturkunde-Museums Bamberg geben den Eindruck der originalen Spix`schen Affen-Präparate wieder.

Beteiligte Institutionen:

Botanischer Garten Erlangen

Zoologische Staatssammlung München

Naturkunde-Museum Bamberg

Führungen durch die Ausstellung:

Infos und Buchung unter Mobil-Nr. 0171 - 485 9209 oder E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Affen

Blick in die Ausstellung

Anhang05

Der Rückenstreifen-Kapuzineraffe Sapajus libidinosus (SPIX1823), Gouache von Barbara Ruppel

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Der Biber macht Geschichte

Kulturhistorische Ausstellung des BUND Ostwürttemberg

Zur Biologie des Bibers

Ergänzung des Naturkunde-Museums Bamberg

27. Juli – 23. September 2018

Die Beziehung zwischen Bibern und Menschen ist eine lange. In Europa wurden Biber seit jeher wegen ihres Fleisches, ihres wärmenden Fells und ihrer Drüsensekrete, die zu Medizin und Parfum verarbeitet wurden, erbarmungslos gejagt. In Nordamerika führte die Gier nach den Pelzen des Kanadischen Bibers sogar zu kriegerischen Auseinandersetzungen.

In Bayern war diese weltweit zweitgrößte Nagetierart bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ausgerottet. Erst die gezielte Wiedereinbürgerung durch den Bund Naturschutz nach 1960 hat dazu geführt, dass Biber in Bayern wieder fast flächendeckend verbreitet sind. Doch das führte und führt auch zu Spannungen. Denn wie keine andere heimische Tierart vermögen es Biber, ihren Lebensraum selbst zu gestalten. Sie bauen Burgen und Dämme, fällen Bäume und schaffen dabei vielfältige Biotope: Tümpel und Teiche, Röhrichte und Nasswiesen. So schaffen sie kleine Stückchen „Wildnis“, die in unserer sonst verplanten Kulturlandschaft selten sind. Davon profitieren wiederum andere Tiere wie Amphibien, Libellen und Fische. Konflikte mit der menschlichen Landnutzung sind nicht zu leugnen – jedoch lösbar.

Die Ausstellung bietet einen spannenden kulturhistorischen Abriss der vielfältigen Beziehungen zwischen Mensch und Biber, sowie Einblicke in die Biologie dieser interessanten Nagetiere. Auch auf das Vorkommen des Bibers im Bamberg Hain wird eingegangen.

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Glanzlichter 2018 – Siegerbilder des internationalen Naturfotowettbewerbs Glanzlichter

Nachdem wir die Glanzlichter 2017 im vergangenen Jahr in Räumen der Universität gezeigt haben, stellen wir die neuen Glanzlichter heuer wieder in unseren Räumen aus. Zu sehen vom 18. Mai bis 1. Juli.

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Das grüne Dach Europas

23. Februar – 6. Mai

Fotoausstellung von Berndt Fischer

Der als „Grünes Dach Europas“ bezeichnete Mittelgebirgszug erstreckt sich länderübergreifend von Frankenwald und Fichtelgebirge über den Oberpfälzer und Bayerischen Wald bis zum Böhmerwald und dem österreichischen Mühlviertel. Kernstück dieses einzigartigen Naturraums sind die Nationalparks Sumava auf tschechischer Seite und Bayerischer Wald, beide zusammen das größte geschlossene Waldgebiet Mitteleuropas. Zerklüftete Gipfel, bizarre Granitfelsen und Blockhalden, weite Hochmoore, sumpfige Auen, unberührte Urwälder mit wahren Baumriesen bilden ein einzigartiges Mosaik verschiedener Lebensräume. Dort ist die Heimat vieler seltener Tierarten, die man sonst kaum zu Gesicht bekommt. Wo sonst gibt es Teiche und Tümpel, die sich in ein blaues Wunder verfärben, wenn die Moorfrösche sich zur Paarung versammeln? Wo sonst versammeln sich Birk-, Auer- und Haselhähne auf ihren traditionellen Balzarenen zwischen Moor und Naturwald? Wo sonst in Bayern brüten drei Adlerarten, Schwarzstörche und Kraniche?

Der Naturfotograf Berndt Fischer präsentiert in dieser Schau einen grandiosen und stimmungsvollen Einblick in diese atemberaubend schönen Landschaften, dort wo die Natur sich frei entfaltet, aber auch dort, wo der Mensch gestaltend eingreift.

Tierpräparate, große Leuchtbanner und eine Filmstation ergänzen die Schau.

Vorbereitend und begleitend zur Ausstellung präsentiert Berndt Fischer seine mitreißende Multivision

Spurensuche auf dem Grünen Dach Europas

am 16. Februar und 13. April, jeweils um 18:30 Uhr im Naturkunde-Museum. Dauer ca. 90 Minuten, Eintritt 5,00 Euro

Da die Anzahl der Plätze begrenzt ist, empfiehlt sich die Reservierung unter Tel. 0951 – 8631248 oder der Kartenvorverkauf an der Museumskasse.

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Blick auf die Kernzone des Böhmerwalds bei Bucina (Tschechien). Foto: Berndt Fischer

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Fischotter im Nationalpark Sumova. Foto: Berndt Fischer.

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Fischadler mit Beute. Foto: Berndt Fischer.

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Die Teichpfanne der Tirschenreuther Weiherlandschaft. Foto: Berndt Fischer.

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