Joan Jones

In the Trees II

Mittlerweile ist die weltberühmte Künstlerin Joan Jonas zumindest dem Namen nach vielen in Bayern ein Begriff, nicht zuletzt wegen der überraschenden Absage ihrer großen Retrospektive im Haus der Kunst in München Ende 2018. Mit einer kleinen und feinen Ausstellung in Bamberg wird die amerikanische Künstlerin nun doch in Bayern zu sehen sein, mit der sinnlich-dichten, farbenprächtigen Arbeit In the Trees II. Diese entstand im Nachgang zu wichtigen Installationen der Künstlerin, etwa für den US Pavillon auf der Biennale in Venedig 2015. Inspiriert von der Novelle Under the Glacier des isländischen Schriftstellers Halldór Laxness wird Jonas besonders von seinen poetischen Beschreibungen der Natur angezogen, speziell von Vögeln und Bienen. Sie ergänzt ihre Recherche um alte, markante Bäume im spanischen Santander und in Thailand. In ihrer neuesten Installation In the Trees II treibt Jonas ihre Naturerkundungen weiter und bringt ihre Sorge um den Erhalt des Kosmos medial vielschichtig und intensiv zum Ausdruck. In dieser Arbeit ist die Klangvertonung besonders reizvoll. Es geht dabei nicht nur um den Respekt gegenüber der Fülle der Natur, sondern auch gegenüber kultureller Vielschichtigkeit. Jonas schafft es, uns mit der immer noch geheimnisvollen Natur und mit Fremdheit emotional neu zu verbinden, wozu sie gern auch persönlichen Erinnerungen, Erzählungen und inneren Bildern Raum gibt. Ergänzt werden die Videos durch eine Auswahl ihrer Zeichnungen.

Der angrenzende Vogelsaal des Museums mit seinen zahlreichen kostbar gehüteten Vogelpräparaten gibt Jonas’ Arbeit, die einen deutlichen Appell an die Gegenwart formuliert, eine besondere Rahmung.

Die Ausstellung ist eine Kooperation des Naturkunde-Museums mit dem ansässigen Kunstverein und der Londoner Galerie von Amanda Wilkinson.



 

 
Joan Jonas, In the Trees II  
Joan Jonas, In the Trees II, 2018, Videostill, c Amanda Wilkinson, Joan Jonas.

Knallbunt und unsichtbar

30.01. – 21.04.2019

Die Farbenpracht der Tiere ist faszinierend. Aber Farben übermitteln auch Botschaften, die meist exakt auf einen Adressaten ausgerichtet sind. Farben bilden ein komplexes Kommunikationssystem, das über Jahrmillionen entstanden und keinesfalls zufällig ist. Bunte Gefieder, stark durchblutete Hautpartien oder prächtige Körperanhängsel sollen Geschlechtspartner anlocken und beeindrucken, Rivalen in Schach halten, Feinde abschrecken oder sie werden verblüffend echt zur Täuschung des Gegenübers genutzt.

Schließlich wird Farbe auch zur Tarnung eingesetzt, denn es ist eine elementare Überlebensstrategie vieler Arten, die gleiche Färbung wie die Umgebung anzunehmen.

Die Ausstellung präsentiert 40 großartige Aufnahmen des Naturfotografen und Tierfilmers Konrad Wothe. Besonders begeistert haben den Biologen die tropischen Regenwälder, in denen die Farbvielfalt der Tierwelt eine unvergleichliche Faszination ausübt. Seine Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet. Die Ausstellung wurde vom Museum Mensch und Natur in München konzipiert.

Ergänzend zu den Fotos von Konrad Wothe können sie mit Hilfe von „Guckstationen“ entdecken, wie ein Marienkäfer seine Artgenossen sieht und welche Muster eine Blüte in den Augen eines Schmetterlings zeigt. Im Rahmen der Ausstellung eröffnet das Museum außerdem mittels Naturpräparaten die Einsicht, welche Lichtspiele sich die Natur erdacht hat, um Tiere schillern, glänzen oder „verschwinden“ zu lassen.

Bildunterschriften:

Bild 1Strukturfarben verleihen tropischen Schmetterlingen ihre schillernde Pracht.

Bild 2
Kaum zu erkennen: der Polarfuchs.

Bild 3
„Haut ab – ich bin giftig!“, scheinen die knalligen Farben dieses Pfeilgiftfroschs zu schreien.

Faltblatt zum Download

Der Biber

Bis 30.12.2018

BIBER Plakat A3

Diese kleine Sonderschau informiert über die Biologie des Europäischen Bibers, seine Wiedereinbürgerung in Bayern und über die spezielle Situation in Bamberg.

Besonders eignet sich die Schau als geführtes Thema für Schulklassen. Infos und Buchung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Der Ritter und seine Affen

Vor 200 Jahren wagten zwei fränkische Naturforscher eine abenteuerliche Forschungsreise nach Brasilien. Der Zoologe Johann Baptist Spix und der Botaniker Carl Friedrich Philipp Martius bestiegen am 10. April 1817 im Auftrag von König Maximilian I Joseph in Triest die Segelschiffe einer österreichischen Brasilienexpedition. Ihre Aufgabe: die naturkundliche Erforschung des fernen Landes. Mehr als drei Jahre lang bereisten sie das Land, nicht selten unter dem Einsatz ihres Lebens. Dabei sammelten sie Tausende von Tieren, Pflanzen und ethnographischen Objekten.

Nach ihrer Rückkehr begannen sie, die mitgebrachten Schätze wissenschaftlich auszuwerten. Für seine großen Verdienste wurde Spix vom König in den Ritterstand erhoben. Spix verstarb jedoch schon sechs Jahre nach seiner Rückkehr an den Folgen einer Tropenkrankheit, die er sich während der Brasilienreise zugezogen hatte.



Die Affen – hübsch hässlich aber wissenschaftlich wertvoll

Spix brachte aus Brasilien auch rund 40 verschiedene Affenpräparate mit, von denen manche Arten bis dahin noch unbekannt waren. Sie wurden von Spix erstmals beschrieben und jeweils mit Gattungs- und Artnamen benannt und publiziert. So wurden diese Präparate zu sogenannten „Typusexemplaren“. Typusexemplare dienen auf immer und ewig für die eindeutige Identifikation einer Art und für ihre Abgrenzung gegenüber anderen Arten. Typusexemplare sind also so etwas wie die „Urmeter“ der Biologie und dementsprechend werden sie sorgfältig gehütet.

Spix in Bamberg

Gebürtig im benachbarten Neustadt an der Aisch, ging Spix in Bamberg zur Schule. Er studierte auch in der Bischofsstadt und wurde zum Dr. phil promoviert. Nach dem Studium der Naturgeschichte und Medizin in Würzburg praktizierte er einige Jahre als Arzt unter dem berühmten Bamberger Mediziner Adalbert Friedrich Marcus. Als angehender Zoologe besuchte er auch das Bamberger Naturalienkabinett, heute Naturkunde-Museum Bamberg.

Die Ausstellung…

… zeichnet die abenteuerliche Reise der beiden fränkischen Naturforscher anhand von Infobannern und einem Film des BR nach. Kernstück der Schau sind jedoch 40 Portraits der Spix`schen Affenpräparate. Sie wurden von acht Künstlerinnen und Künstlern in mehrjähriger Arbeit in Gouachetechnik zu Papier gebracht.

Präparate brasilianischer Affen aus der Sammlung des Naturkunde-Museums Bamberg geben den Eindruck der originalen Spix`schen Affen-Präparate wieder.

Beteiligte Institutionen:

Botanischer Garten Erlangen

Zoologische Staatssammlung München

Naturkunde-Museum Bamberg

Führungen durch die Ausstellung:

Infos und Buchung unter Mobil-Nr. 0171 - 485 9209 oder E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Affen

Blick in die Ausstellung

Anhang05

Der Rückenstreifen-Kapuzineraffe Sapajus libidinosus (SPIX1823), Gouache von Barbara Ruppel

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